Die Abkürzung „PL” bedeutet so viel wie „Party Logistics Provider” und ist für Logistiker ein rahmengebendes Supply Chain Modell.

Es gibt verschiedene Arten, wie Unternehmen Logistik bewältigen. Die einen haben einen eigenen Fuhrpark und fahren die Transporte selbst. Andere geben die komplette Organisation und Verwaltung der Transporte an einen Dienstleister ab. Was diese verschiedenen Modelle mit sich bringen, erklären wir im folgenden Teil:

1PL – First Party Logistics Model
  • Beim First Party Logistics Model (1PL) übernimmt das herstellende Unternehmen der Güter die Transport- und Logistikdienstleistungen selbst.
  • Das Unternehmen führt alle anfallenden Tätigkeiten aus und besitzt teure Anlagen wie zum Beispiel Lkws, Anhänger, Lagerhallen, etc.
2PL – Second Party Logistics Model
  • Das Second Party Logistics Model (2PL) steht für die Auslagerung von Transporten an einen vertraglich gebundenen Logistikpartner. Der Versender der Güter lagert Transport- und Lagerdienstleistungen an einen Logistikdienstleister aus, behält aber trotzdem die Kontrolle und die administrative Verwaltung der Logistik.
  • Der Logistikdienstleister besitzt und betreibt in der Regel eigene Anlagen.
3PL – Third Party Logistics Model
  • Das Third Party Logistics Model (3PL) ist ein gängiges Modell im kommerziellen Versand. Dieses Modell kann auch eine Vielzahl anderer Dienstleistungen wie Lieferung, Etikettierung, Verpacken von Produkten und Zollabfertigung beinhalten.
  • Gemäß der Definition des Council of Supply Chain Management Professionals führt ein externer Logistikdienstleister Transport-, Lager-, Verpackungs-, Speditions-, Cross-Docking- und Bestandsverwaltungsfunktionen aus.
4PL – Fourth Party Logistics Model
  • Beim Fourth Party Logistics Model (4PL) lagert der Versender die operative Abwicklung des Transport- und Lagerservice und auch die Verwaltung der Logistik aus.
  • Der 4PL-Dienstleister übernimmt den kompletten Versorgungskettenbetrieb. Er vernetzt Produzenten, Lieferanten, Händler, IT-Dienstleister, Finanzen und Logistiker.
  • Hauptmerkmal: Der Dienstleister betreibt weder ein anlagenbasiertes Geschäftsmodell, noch besitzt er ein Lagerhaus oder einen Fuhrpark, welche zur Erfüllung der Transporte genutzt werden könnten.
  • Stattdessen organisiert, verwaltet und überwacht der Logistikdienstleister die Transporte.
  • Dieses Modell ist stärker integriert als die gängigsten Drittanbieter und der vorherigen Modelle.
5PL – Fifth Party Logistics Model
  • Ein Fifth Party Logistics Model (5PL) kommt bei einem Wechsel von Lieferketten zu Versorgungsnetzen in Frage. Hier werden Supply Chains in Supply Netzwerke umgewandelt.
  • Der 5th Party Logistikdienstleister kann die Anforderungen und das Volumen von 3PLs und 4PLs konsolidieren. Ein 5PL handelt mit Dienstleistern wie z.B. Spediteuren und Fluggesellschaften günstige Tarife und Dienstleistungen aus. Außerdem bietet er seinen Kunden strategische und innovative Lösungen und Konzepte an.
  • Zu den Aufgaben von 5PL-Dienstleistern gehört die Bereitstellung eines Rahmens für die Planung und Implementierung mehrerer Teile der Lieferkette. Dazu zählt die Verfügung von Materialien, Dienstleistungen, Informationen und auch Kapitalflüssen, welche für die Planung, Lieferung und Nachverfolgung des Transports erforderlich sind.
Die Vor- und Nachteile von 1PL und 2PL
Vorteile:
  • Keine Weitergabe sensibler Daten an dritte Vertragspartner
  • Das Unternehmen baut internes Know-How durch das Durchführen eigener Transporte auf
  • Der Versender hat die Kontrolle über alle Schritte beim Transport
  • Das Unternehmen verfügt über eine einfache Kommunikation durch internes Verfahren
Nachteile:
  • Investments in eigene Assets, z.B. in einen Fuhrpark, bringen Risiken mit sich und haben einen Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens
  • Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt meistens nicht im Transport, weshalb Expertenwissen weniger ausgebaut sein könnte.
Die Vor- und Nachteile 3PL, 4PL, 5PL
Vorteile:
  • Das Unternehmen muss nicht mehr in Ressourcen für Transporte investieren, da diese durch das Abgeben von Transporten an externe Logistiker nicht mehr nötig sind.
    → Es existiert eine niedrige Kapitalbindung durch das Auslassen von Assets
  • Der Versender profitiert vom Logistik-Know-How des Dienstleisters:
    → Alle Akteure konzentrieren sich auf ihre Aufgaben, weshalb die Qualität und Effizienz steigen   und somit der Service verbessert wird.
Nachteile:
  • Es besteht die Möglichkeit,  Know-How zu verlieren und somit auch die Wahrscheinlichkeit, Leistungen nicht mehr kurzfristig intern übernehmen zu können, falls der Logistikpartner ausfallen sollte.

    → Die Abhängigkeit vom Logistikpartner ist umso höher.

  • Weitergabe sensibler Daten des Unternehmen bei der Arbeit mit externen Partnern
  • Unternehmen haben weniger Kontrolle über ihre Transporte. Bei der Lieferungen können somit Fehler oder Schäden aufkommen, die vom Unternehmen nicht bemerkt werden,  weshalb die Serviceleistung sinkt und der Endkunde unzufrieden sein kann.

Fazit:

Welches Modell für ein Unternehmen am besten geeignet ist, hängt von den Bedürfnissen und Anforderungen des Unternehmen selbst ab. Mit den verschiedenen Modellen kommen Vor – und Nachteile mit sich.

Gibt man Kontrolle ab, muss der Logistikpartner sorgfältig gewählt werden. Es muss Vertrauen aufgebaut werden und in eine gute Kommunikation zwischen Unternehmen und Dienstleister investiert werden, um den Prozess der Lieferung so geschmeidig wie möglich zu gestalten. Somit können sich alle Partner auf ihre Kernkompetenz fokussieren und effektive Ergebnisse erzeugen.

 

Besuchen Sie unsere Website und registrieren Sie sich für unseren Newsletter!


JETZT REGISTRIEREN

Lesen Sie mehr darüber: